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Potsdam (dpa) - Trotz Kritik und unabsehbarer Reaktionen aus der islamischen Welt: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Mittwoch eine Auszeichnung des Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard für eine energische Verteidigung der Pressefreiheit gegen religiöse Fanatiker genutzt.
Unter massiven Polizeischutz wurde der 75-jährige Däne Westergaard in Potsdam mit dem Medienpreis M100 für seine Unbeugsamkeit für die Meinungsfreiheit geehrt. Merkel würdigte diesen Mut als Hauptrednerin der Veranstaltung. «Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut», sagte die Kanzlerin.
Westergaards Zeichnung zeigt Mohammed mit einer Bombe als Turban. Die Veröffentlichung der Karikatur sowie der von Kollegen war 2005 als Provokation empfunden worden und hatten weltweit gewaltsame Proteste von Muslimen ausgelöst. Westergaard wird von radikalen Islamisten mit dem Tode bedroht und steht seit fünf Jahren unter Polizeischutz.
Die europäischen Staaten seien ein Ort, wo es möglich sei, derartige Zeichnungen zu veröffentlichen, sagte Merkel. «Egal, ob wir die Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht, ob wir sie für nötig oder hilfreich halten - oder eben nicht.» Dies widerspreche keinesfalls der Tatsache, dass Europa auch ein Ort sei, an dem Freiheit und Religion ein hohes Gut seien. Merkel verurteilte in diesem Zusammenhang die Ankündigung radikaler Christen in den USA, den Koran öffentlich zu verbrennen. «Das ist schlicht respektlos. Abstoßend - einfach falsch.»
Merkel sprach sich deutlich für Toleranz aus - aber auch für Verantwortung. «Die Arbeit eines Zeichners und die Folgen, die sie haben, sollten uns mahnen, stets sorgsam mit unseren Einordnungen umzugehen», sagte Merkel. Wie heftig Diskussionen oder Massenprotest aber auch sein mögen - dies könne nicht alleiniges Kriterium für die Entscheidung sein.
Sie verwies auch auf die Diskussion um den Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD). «Das Thema Sarrazin ist aber gerade kein Thema der Gefährdung der Meinungsfreiheit», sagte Merkel. «Sondern es geht darum, welche Folgen ein Buch für einen Autor in einer besonderen wichtigen öffentlich-rechtlichen Institution haben kann oder nicht.»
Merkels Auftritt stieß beim Zentralrat der Muslime auf Kritik. «Damit wird nur wieder Öl ins Feuer gegossen», sagte der Zentralrat- Vorsitzende Ayyub Axel Köhler der «Mitteldeutschen Zeitung» (Halle, Donnerstag). Merkel gebe der Islamfeindlichkeit ebenso Nahrung wie Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin, der Volksverhetzung betreibe. Zentralrat-Generalsekretär Aiman Mazyek erklärte, Merkel ehre den Karikaturisten, der den Propheten «mit Füßen getreten» habe. Die Auszeichnung Westergaards sei in dieser aufgeladenen Zeit hochproblematisch, sagte Mazyek im Deutschlandradio Kultur.
Laudator Joachim Gauck dankte Westergaard für seinen Mut, sich nicht von den Todesdrohungen einschüchtern zu lassen. «Jeder sollte sich fragen, ob wir den Mut immer ausrichten für die Freiheit», sagte der frühere rot-grüne Präsidentenkandidat und langjährige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen.
«Der Preis soll ein deutliches Zeichen setzen», erklärte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jacobs (SPD). Für den den M100-Beirat sei Westergaard zum «Symbol der Presse- und Meinungsfreiheit» geworden.
Die Vereinigung vergibt ihren Preis jährlich an Persönlichkeiten, die aus ihrer Sicht in Europa und der Welt «Fußspuren» hinterlassen haben. Zu den Preisträgern gehören der einstige Außenminister Hans- Dietrich Genscher (FDP) und die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt.
Die Auszeichnung bedeute ihm sehr viel, sagte Westergaard. «Das ist die größte Anerkennung, die ich bekommen habe, und ich glaube, sie ist gut für die Meinungsfreiheit.» Der 75-Jährige betonte: «Ich habe kein Problem mit anderen Religionen.» Er habe nur ein Problem mit Islamisten und werde immer dafür kämpfen, dass Menschen ihre Religion friedlich leben könnten. «Der Islam ist keine sympathische Religion, sondern in vielerlei Hinsicht eine reaktionäre Religion.»
Berlin (dpa) - Rund 10 bis 15 Prozent der Zuwanderer wollen sich nach Schätzung der Bundesregierung nicht in Deutschland eingliedern. Damit liege die Bundesrepublik im internationalen Vergleich aber «nicht so schlecht».
Das sagte Innenminister Thomas de Maizière am Mittwoch nach der Verabschiedung eines Integrationsprogramms im Kabinett. Eine absolute Zahl der Integrationsunwilligen nannte er ausdrücklich nicht. Der CDU-Politiker rief vor dem Hintergrund der umstrittenen Thesen des Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin dazu auf, zu einer «sachlichen, wahrhaftigen und fairen» Integrationsdebatte zurückzukehren.
Das 200 Seiten starke Integrationsprogramm bilanziert die bisherigen Eingliederungsmaßnahmen und gibt Empfehlungen für die Zukunft. Unter anderem soll die Zahl der Lehrer aus Migrantenfamilien beispielsweise über Stipendienprogramme erhöht werden. Derzeit liegt der Anteil der Lehrer mit ausländischem Pass nur bei 1,2 Prozent. Zudem wird Verbänden eine stärkere Öffnung für junge Zuwanderer empfohlen. Im Herbst soll ein Integrationsgipfel die Debatte weiter voran bringen.
«Wir präsentieren hier keine Erfolgsbilanz, sondern ein differenziertes Bild der Wirklichkeit», sagte de Maizière. Im Zentrum der Anstrengungen müsse weiterhin die Sprachförderung stehen. 1,1 Millionen Ausländern fehle es nach wie vor an Deutschkenntnissen. Die seit 2005 angebotenen Integrationskurse wertete de Maizière trotzdem als Erfolg. 600 000 Menschen hätten inzwischen teilgenommen und neben 600 Deutschstunden auch Unterricht zu Geschichte, Gesellschafts- und Rechtssystem erhalten.
De Maizière sprach sich für möglichst frühe Sprachtests bei Kindern aus. Eine Kindergartenpflicht für Ausländer lehnte er aber ab. «Kindergartenpflicht hieße nichts anderes als eine vorgelagerte Schulpflicht», sagte er. Das würde hohe Kosten nach sich ziehen und wäre ein tiefer Eingriff in die Erziehungsaufgaben der Eltern.
Die Vorwürfe der Opposition gegen die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), zu wenig für Integration zu tun, wies de Maizière als «gänzlich unberechtigt» zurück. Der SPD- Innenexperte Sebastian Edathy hatte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch) gesagt, Böhmer sei «der lebende Beweis dafür, wie unwichtig die Bundesregierung das Thema Integration in den vergangenen fünf Jahren genommen hat». Wenn die Bundeskanzlerin tatsächlich wie angekündigt neue politische Impulse setzen wolle, «muss sie das Amt der Integrationsbeauftragten neu besetzen».
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten im vergangenen Jahr rund 16 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland. Die Integrationspolitik war am Mittwoch auch Thema bei der Klausurtagung des Vorstands der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dort nach Teilnehmerangaben, das Thema sei 40 Jahre lang vernachlässigt worden und vieles sei noch nicht erreicht.
Der DGB forderte mehr Integrationsangebote. «Es mangelt an Kinderkrippen, echten Ganztagsschulen und Plätzen in Integrationskursen«, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Zudem warteten rund 500 000 Zuwanderer auf die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse. «Unser Bildungswesen darf keine Integrationsbremse sein.»
Die CSU macht unterdessen Front gegen die Rufe der deutschen Wirtschaft nach mehr Zuwanderung von Fachkräften. Generalsekretär Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kritisierten die Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass jedes Jahr in Deutschland 500 000 Zuwanderer gebraucht würden. «Der deutsche Arbeitsmarkt hat kein Zuzugsdefizit, sondern ein Qualifizierungsdefizit», sagte Dobrindt dazu. Innenminister Herrmann nannte die Forderung «abwegig».
Innenministerium zu Integration
Migrationsbeauftragte
Bericht über die Lage der Ausländer in Deutschland
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Berlin (dpa) - Kanzlerin Merkel ist es leid: Der Ärger in der Koalition soll endlich ein Ende haben. Der Atomkompromiss müsse Vorbild für die anstehenden heiklen Entscheidungen wie Wehrpflicht und Sparpaket sein.
Einigkeit sei das Wichtigste, sagte sie am Mittwoch nach Teilnehmerangaben in einer Sitzung des Unionsfraktionsvorstands in Berlin. Dabei habe sie auch das «Getöse» gegensätzlicher Äußerungen vor allem in der Anfangszeit der schwarz-gelben Regierung kritisiert. Das dürfe nicht so weitergehen.
Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte, die Koalition habe gute Arbeit geleistet. «Das ist aber nicht ganz so in der Öffentlichkeit herübergekommen, wie wir es uns wünschen.» Die Union ist wie der Koalitionspartner FDP seit Monaten im Umfragetief.
Merkel sagte, «stilbildend» für die nächsten Entscheidungen sei der Kompromiss bei den Atomlaufzeiten. Hier seien die Fraktionen früh eingebunden worden. Indirekt lobte sie den oft kritisierten Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU). Zur Einigung in der Energiepolitik habe auch «die lenkende Hand des Kanzleramts» beigetragen, sagte die Regierungschefin.
Auch der Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) sagte, die Unionsabgeordneten seien sehr zufrieden mit dem Kompromiss zur Verlängerung der Atomlaufzeiten und zur Sicherungsverwahrung. «Die Koalition hat damit ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt.»
Kauder schwor seine Fraktion auf einen harten Sparkurs ein: «Da darf es nun überhaupt kein Wanken und Wackeln geben.» Vor allem die CSU will das Sparpaket aufschnüren. Sie pocht darauf, Kürzungen in der Städtebauförderung abzumildern. Ferner fordert sie, die Steuerlast für energieintensive Betriebe weniger stark als geplant zu erhöhen. Merkel sagte dazu, hier könne noch etwas geschehen.
Kauder sagte, bei den Haushaltsberatungen werde zwar noch über die eine oder andere Frage diskutiert. Die Stabilität der Währung hänge aber entscheidend davon ab, dass die hohen Verschuldungen im Euroraum zurückgefahren würden. Dabei müsse Deutschland ein gutes Beispiel bleiben. «Und deswegen gibt es zur Konsolidierung keine wirklich überzeugende Alternative.»
Der Fraktionschef bezeichnete das Sparkonzept als sozial ausgewogen. «Das Gerede, dass gerade dort, wo es besonders eng sei, gespart wird, stimmt nicht, sondern wir werden das gleichmäßig auf die Haushalte verteilen.» Das Sparpaket der Regierung sieht Einsparungen von 80 Milliarden Euro bis 2014 vor.
Merkel machte sich in der Sitzung vehement für die Gesundheitsreform stark. Ferner sprach sie die Problematik der Integration von Migranten an. Hier gebe es Erfolge, aber auch Defizite. Eine gute Integration brauche noch Jahre. 40 Jahre sei das Thema nicht richtig angefasst worden. Nun könnten nicht in drei bis vier Jahren alle Probleme gelöst sein.
Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach kritisierte Merkel nach Angaben von Teilnehmern wegen ihrer klaren Distanzierung von Bundesbankvorstandsmitglied Thilo Sarrazin. Der Umgang mit Sarrazin in der Integrationsdebatte sei «grottenverkehrt» gewesen, sagte die Abgeordnete. Sarrazin sei an den Pranger gestellt worden. Merkel entgegnete, als Sarrazin seine Thesen über jüdisches Erbgut geäußert habe, «war es bei mir vorbei, Schluss, aus». Steinbach sei bei der Diskussion im Fraktionsvorstand isoliert gewesen, hieß es.
Der für Finanzen zuständige Fraktionsvize Michael Meister sagte nach einer Diskussion mit dem Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, man gehe auch im kommenden Jahr von einer positiven Konjunkturentwicklung aus. Beunruhigt äußerte Meister sich zur Reformdebatte des Internationalen Währungsfonds IWF. Es bestehe eine Gefahr darin, wenn Hilfsmaßnahmen für angeschlagene Länder künftig ohne klare Konditionierung geleistet würden.
Am Donnerstag diskutieren die Unionsabgeordneten unter anderem über das Energiekonzept der Regierung, die Bundeswehrreform und die Hilfen für Kinder von Hartz-IV-Empfängern.
Stuttgart (dpa) - Der Massenprotest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 stellt die politischen Verhältnisse in der bisherigen CDU-Hochburg Baden-Württemberg auf den Kopf: Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl erreichen die Grünen nach einer Umfrage von Infratest dimap das Rekordergebnis von 27 Prozent.
Sie liegen damit deutlich vor der SPD, die nur auf 21 Prozent kommt. Gemeinsam hätten Grüne und Sozialdemokraten mit 48 Prozent eine deutliche Mehrheit im Landtag. Die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus erreicht lediglich 35 Prozent, die FDP nur 5 Prozent. Das ergab die Umfrage im Auftrag von SWR und «Stuttgarter Zeitung».
Die Wähler honorieren offensichtlich den energischen Widerstand der Grünen gegen das Bahn-Projekt Stuttgart 21. «Das Land ist reif für einen Politikwechsel», jubelte die Parteispitze am Mittwoch. Die Umfrage bestätigt den Trend einer Forsa-Studie von vergangener Woche, bei der Rot-Grün ebenfalls klar vor der Regierungskoalition aus CDU und FDP lag. Die CDU sieht ihren Kampfesgeist geweckt. «Wir werden alles daran setzen, die Grünen am Wahltag auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen», sagte CDU-Fraktionschef Peter Hauk.
Für die Befürworter von Stuttgart 21 brechen schwere Zeiten an. Laut Umfrage sind 54 Prozent der Baden-Württemberger dagegen und nur 35 Prozent dafür. Selbst unter den CDU-Anhängern lehnen 28 Prozent das Projekt ab. Vier von fünf Befragten gaben an, dass der Streit um den Umbau des Stuttgarter Kopfbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation für den Ausgang der Landtagswahl am 27. März eine wichtige oder entscheidende Rolle spielen wird.
Nach einem neuen Gutachten könnten Stuttgart 21 und die Schnellstrecke nach Ulm viel teurer werden als von der Bahn geplant. Das Münchner Ingenieurbüro Vieregg & Rößler schätzt die Ausgaben für das Gesamtprojekt auf 12 bis 18,7 Milliarden Euro. Die Bahn rechnet nur mit 7 Milliarden Euro. Sie warf den Gutachtern vor, die Bürger mit «Horrorzahlen» verunsichern zu wollen.
Die Grünen in Bundestag und Landtag, die die Studie in Auftrag gegeben hatten, forderten einen sofortigen Ausstieg aus dem Projekt. «Der Bund muss die Reißleine ziehen», sagte Winfried Hermann (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag. Die Koalition aus CDU und FDP lehnte das rundweg ab und warf den Grünen Stimmungsmache mit Blick auf die Wahl am 27. März 2011 vor. Die Südwest-SPD, die bisher hinter dem Projekt stand, will nun einen Volksentscheid und einen Baustopp. Als Grund nannte SPD-Chef Nils Schmid den Massenprotest: «Es ist eine Stimmung entstanden: Ihr da oben, wir da unten.» Mit dem Volksentscheid wolle die SPD die Akzeptanz für das Milliardenprojekt erhöhen. CDU und FDP lehnten das Ansinnen ab.
Die Münchner Gutachter haben errechnet, dass sich die Ausgaben für die neue ICE-Trasse auf mindestens 5,3 Milliarden Euro belaufen und nicht - wie von der Bahn berechnet - auf 2,9 Milliarden Euro. Die Kosten für Tunnelarbeiten schlügen viel stärker zu Buche, weil es Probleme mit eindringendem Wasser gebe.
Die Kosten-Studie
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Santiago de Chile (dpa) - Die 33 verschütteten Bergleute in Chile sollten mit der Live-Übertragung des Freundschaftsspiels Chile- Ukraine eigentlich von ihrer prekären Lage abgelenkt werden. Zum Auftakt des Spiels waren die Kumpel noch im Fußballfieber und ließen Chile hochleben.
Aber nach der 1:2-Niederlage der Südamerikaner am Dienstag in Kiew dürften sie eher etwas frustriert gewesen sein. Und Bier oder Zigaretten gab es zu dem Spiel natürlich auch nicht, denn Alkohol und Tabak sind unter Tage streng verboten.
Technisch möglich machte die Live-Übertragung des Spiels ein Glasfaserkabel, das durch eine der engen Versorgungsröhren zu den Verschütteten hinuntergelassen wurde. Die Bilder wurden dann von einem ebenfalls durch eine der Röhren hinuntergeschickten Mini- Beamer an eine Wand projiziert.
Als Ausgleich für den Fußballfrust können sich die seit mehr als einem Monat verschütteten Bergmänner inzwischen aber über eine ersehnte «Ruhestörung» freuen: das Rumpeln der Bohrarbeiten für einen Rettungsschacht ist auch in 700 Metern Tiefe inzwischen schon zu hören.
Der seit Montag vergangener Woche arbeitende Strata-Bohrer ist inzwischen bis auf etwa 120 Meter Tiefe vorgestoßen. Ein zweiter Bohrer ist schon fast genauso tief und Teile eines dritten Bohrers trafen am Mittwoch bei der Mine San José in der Atacama-Wüste im Norden Chiles ein.
Den seit dem 5. August Eingeschlossenen geht es nach offiziellen Angaben den Umständen entsprechend gut. Sie werden über enge Versorgungsröhren mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten und Frischluft versorgt. Die voraussichtlich noch mehrere Monate dauernde Wartezeit bis zu einer Rettung ist wegen der Ungewissheit, der großen Hitze und der feuchten Dunkelheit äußerst strapazierend.
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Istanbul (dpa) - Basketball-Rüpel Milos Teodosic hat Vize- Europameister Serbien bei der Weltmeisterschaft in der Türkei ins Halbfinale geworfen und den spanischen Traum von der Titelverteidigung zunichtegemacht.
Drei Sekunden vor dem Ende des ersten WM-Viertelfinals in Istanbul versenkte der 23 Jahre alte Guard einen fast unmöglichen Dreipunktwurf und machte damit in der Neuauflage des EM-Finales von 2009 das 92:89 (49:41) der Serben gegen Spanien perfekt. Im Halbfinale trifft Serbien auf WM-Gastgeber Türkei. Die Türken unterstrichen ihre außergewöhnliche Form und deklassierten Slowenien mit 95:68 (50:31).
«Das ist ein Triumph des ganzen Teams», sagte Serbiens Matchwinner Teodosic nach dem hochklassigen Basketball-Krimi bescheiden. Trainerveteran Dusan Ivkovic war stolz auf seine Mannschaft, das in der Vorrunde noch nach Verlängerung gegen Deutschland verloren hatte. «Ich denke, dass war unser bestes Spiel, seit wir hier in der Türkei sind», sagte der 66-Jährige.
Teodosic, der die ersten beiden WM-Spiele wegen einer Sperre nach der Massenschlägerei im Testspiel gegen Griechenland hatte aussetzen müssen, trumpfte bei der WM nun endlich sportlich auf. Insgesamt kam er auf zwölf Punkte und acht Assists. Beste Werfer in einer starken serbischen Auswahl waren Marko Keselj und Novica Velickovic mit je 17 Punkten.
Die Serben erwischten einen guten Start und lagen zur Pause bereits mit acht Zählern in Front. Die Spanier, die bei dieser WM auf ihren NBA-Star Pau Gasol verzichten müssen, gaben aber nie auf und kamen 25 Sekunden vor dem Ende durch einen Dunking von Paus jüngerem Bruder Marc Gasol zum Ausgleich. Doch anstatt ihre Aufholjagd in der Verlängerung fortsetzen zu können, riss Teodosic die Iberer drei Sekunden vor der Schlusssirene aus allen Träumen. Auch 27 Punkte von Spielmacher Juan Carlos Navarro vom FC Barcelona konnten das Ausscheiden nicht verhindern.
Die Türken spielten sich vor 15 500 enthusiastischen Zuschauern in einen wahren Rausch. Bis zur Pause versenkten die Hausherren unglaubliche acht von elf Dreiern und lagen so zur Halbzeit bereits mit 19 Punkten vorne. Auch nach dem Seitenwechsel ließ die Türkei nicht nach. Überragender Akteur war Ersan lyasova vom NBA-Club Milwaukee Bucks mit 19 Punkten. Bei den bedauernswerten Slowenen kamen Bostjan Nachbar und Sani Becirovic auf je 16 Zähler.
In den abschließenden beiden Viertelfinals stehen sich am Donnerstag Topfavorit USA und Russland sowie Litauen und Argentinien gegenüber.
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Frankfurt/Main (dpa) - Ein Generationenporträt aus dem hintersten Vorpommern oder die aberwitzige Suche von österreichischen Juden nach ihrer Identität: Darum geht es in zwei der sechs Romane, die fürs Finale beim Deutschen Buchpreis nominiert wurden.
«Poetisch, komisch, experimentell»: Auf diesen Nenner brachte Jury- Sprecherin Julia Encke die höchst unterschiedlichen Bücher beim Wettbewerb um den besten deutschsprachigen Roman des Jahres.
Auch in der «Shortlist» ist die große Bandbreite der 20 Titel umfassenden Longlist erhalten geblieben. So bunt und so multikulturell war die Palette der Nominierten wohl noch nie in der Geschichte des Preises, der innerhalb weniger Jahre eine enorme öffentliche Resonanz erfahren hat. Am 4. Oktober, dem Vorabend der Frankfurter Buchmesse, wird die siebenköpfige Jury den Sieger bekanntgeben. Insgesamt ist der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum sechsten Mal organisierte Preis mit 37 500 Euro dotiert.
Zu den sechs Finalisten gehört neben der ostdeutschen Provinzsaga der 30-jährigen Judith Zander («Dinge, die wir heute sagten») und dem in Wien angesiedelten Roman von Doron Rabinovici («Andernorts») auch eine Emigranten-Geschichte aus der Schweiz. Melinda Nadj Abonji, 1968 in der serbischen Vojvodina geboren, erzählt in «Tauben fliegen auf», wie eine der ungarischen Minderheit angehörende Familie von Serbien nach Zürich kommt.
Thomas Lehr hat in seinem neuen Roman («September. Fata Morgana») zwei Lebensgeschichten von zwei Vätern und zwei Töchtern aus den USA und im Irak miteinander verknüpft - parallel zu den Anschlägen aufs World Trade Center im September 2001. Lehr, der vor seiner Autorenkarriere Programmierer war, kommt in seinem Buch ohne Satzzeichen aus - ohne Punkt und Komma. Peter Wawerzinek hat sich in seinem Buch «Rabenliebe» sein Kindheitstrauma von der Seele geschrieben - er war von seiner Mutter bei deren Flucht in den Westen als Waise einst zurückgelassen worden.
Für einen Auszug aus dem Roman hat der in Rostock geborene 55-jährige Wawerzinek in diesem Jahr bereits den begehrten Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Jan Faktor, der letzte der sechs Finalisten, war mit seinem Schelmenroman über die eigene frauendominierte Familie («Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag») schon für den Preis der Leipziger Buchmesse im März dieses Jahres nominiert. Faktor, 1951 in Prag geboren, lebt seit 1979 in Ostberlin und ist der Schwiegersohn von Christa Wolf.
«Es sind Romane, deren Gemeinsamkeit wohl vor allem in ihrer Welthaltigkeit zu finden ist», meint Encke, Literaturkritikerin der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Eine ganze Reihe bekannter Autoren von der Longlist ist auf der Strecke geblieben, darunter der Büchner-Preisträger Martin Mosebach mit seinem neuen Roman «Was davor geschah» und Hans-Joachim Schädlichs Buch «Kokoschkins Reise».
Aber Ziel des Deutschen Buchpreises ist es auch, jüngeren und noch wenig bekannteren Autoren ein Forum zu verschaffen. Der Sieger-Roman hat es in den vergangenen Jahren regelmäßig auf die Bestsellerliste geschafft. 2009 ging der Preis an Kathrin Schmidt («Du stirbst nicht»). Ein Jahr zuvor war Uwe Tellkamp («Der Turm») der Gewinner.
www.deutscher-buchpreis.de
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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EURUS.FX1> hat sich am Mittwochabend kaum auf die Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-Notenbank (Beige Book) reagiert. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2727 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2697 (Dienstag: 1,2744) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7876 (0,7847) Euro.
Die US-Notenbank (Federal Reserve) sieht verbreitete Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunktur in den USA. Insgesamt habe sich das moderate Wachstum aber fortgesetzt, heißt es im am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht (Beige Book). Auch der stärker als erwartet ausgefallene Rückgang der Verbraucherkredite in den USA im Juli bewegte den Devisenmarkt kaum.
"Nach den deutlichen Verlusten des Euro am Dienstag hat sich die Lage am Devisenmarkt etwas beruhigt", sagte Währungsexperte Lothar Hessler vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Dazu habe die erfolgreiche Emission portugiesischer Staatsanleihen beigetragen. Noch am Dienstag war der Euro um fast zwei Cent gefallen und unter die Marke von 1,27 Dollar gerutscht. Aber auch die freundlichen Aktienmärkte hätten den Euro gestützt.
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Istanbul (dpa) - Basketball-Rüpel Milos Teodosic hat Vize- Europameister Serbien bei der Weltmeisterschaft in der Türkei ins Halbfinale geworfen und den spanischen Traum von der Titelverteidigung zunichtegemacht.
Drei Sekunden vor dem Ende des ersten WM-Viertelfinals in Istanbul versenkte der 23 Jahre alte Guard einen fast unmöglichen Dreipunktwurf und machte damit in der Neuauflage des EM-Finales von 2009 das 92:89 (49:41) der Serben gegen Spanien perfekt. Im Halbfinale trifft Serbien auf WM-Gastgeber Türkei. Die Türken unterstrichen ihre außergewöhnliche Form und deklassierten Slowenien mit 95:68 (50:31).
«Das ist ein Triumph des ganzen Teams», sagte Serbiens Matchwinner Teodosic nach dem hochklassigen Basketball-Krimi bescheiden. Trainerveteran Dusan Ivkovic war stolz auf seine Mannschaft, das in der Vorrunde noch nach Verlängerung gegen Deutschland verloren hatte. «Ich denke, dass war unser bestes Spiel, seit wir hier in der Türkei sind», sagte der 66-Jährige.
Teodosic, der die ersten beiden WM-Spiele wegen einer Sperre nach der Massenschlägerei im Testspiel gegen Griechenland hatte aussetzen müssen, trumpfte bei der WM nun endlich sportlich auf. Insgesamt kam er auf zwölf Punkte und acht Assists. Beste Werfer in einer starken serbischen Auswahl waren Marko Keselj und Novica Velickovic mit je 17 Punkten.
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In den abschließenden beiden Viertelfinals stehen sich am Donnerstag Topfavorit USA und Russland sowie Litauen und Argentinien gegenüber.
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Berlin (dpa) - Die Deutschen gehen später in Rente, und die derzeitigen Ruheständler sind gut abgesichert - gleichzeitig wächst jedoch das Armutsrisiko, und die Pflege der Senioren wird immer problematischer.
Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie über die ältere Generation, die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. Die bundesweite Umfrage ergab, dass es der heutige Rentnergeneration größtenteils g..
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Berlin (dpa) - Kanzlerin Merkel ist es leid: Der Ärger in der Koalition soll endlich ein Ende haben. Der Atomkompromiss müsse Vorbild für die anstehenden heiklen Entscheidungen wie Wehrpflicht und Sparpaket sein.
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Berlin (dpa) - Kleiner, bescheidener, bodenständiger: Die Musikmesse Popkomm hat sich nach einjähriger Zwangspause am Mittwoch in Berlin zurückgemeldet. Passend zur Krise in der Musikbranche gab es zum Start kein effektvolles Großkonzert, sondern handgemachte Straßenmusik.
Der Musiker Samuel Harfst aus dem hessischen Gießen begann am Vormittag mit dem «längsten Straßenkonzert der Welt» einen Weltrekordversuch vor dem neuen Messestandort am ..
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Wer an fremden Fahrzeugen mit Visitenkarten für einen Autoankauf wirbt, muss mit einem gehörigen Bußgeld rechnen. So urteilte jüngst das OLG Düsseldorf (Az. IV-4RBs-25/10). Demnach musste ein Autohändler 200 Euro Strafe zahlen, weil er ohne Genehmigung der Stadt seine Visitenkarten auf Parkplätzen hinter Scheibenwischern anbrachte. Die Richter des Düsseldorfer OLG hatten dies damit begründet, dass das Anbringen von Werbung auf öff..
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Frankfurt/Main (dpa) - Folgende Sorten- und Devisenkurse wurden am 8.09.2010 um 16:00 Uhr festgestellt.
Quelle: Sorten: Reisebank/Devisen: Reuters/oraise Stand: 8.09.2010 16:00 Uhr
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Washington (dpa) - Die Suche nach Leben auf dem Mars ist einer aktuellen Studie zufolge etwas aussichtsreicher geworden.
Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass es organisches Material auf dem Planeten gebe, heißt es in einer neuen Untersuchung der Universität Autónoma von Mexiko, auf die die US-Raumfahrtbehörde NASA jetzt hinwies. Damit könnte die Kernvoraussetzung für Leben erfüllt sein.
In der Studie hätten die Forscher herausgefunden, dass Unters..
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