Barcelona (dpa) - Kugelstoßerin Nadine Kleinert wird ihren EM-Fluch einfach nicht los: Nach drei sechsten Plätzen in Serie musste sich die Magdeburgerin auch in Barcelona ohne die lang ersehnte Medaille von einer Leichtathletik-Europameisterschaft verabschieden.
18,94 Meter reichten dem Team-Kapitän der deutschen Mannschaft nur zum enttäuschenden siebten Rang. Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) gab es am ersten von sechs Wettkampftagen Licht und Schatten - aber keine Medaille.
Dafür jubelten zwei starke Frauen aus Weißrussland im Kugelstoßring: Nadeschda Ostaptschuk gewann mit 20,48 Metern vor Natalja Michnewitsch (19,53). Bronze erkämpfte die Russin Anna Awdejewa (19,39). Mo Farah holte über 10 000 Meter den ersten Titel für Großbritannien seit der EM-Premiere 1934; der Top-Favorit stürmte nach 25 schweißtreibenden Runden in 28:24,99 Minuten vor seinem Landsmann Chris Thompson (28:27,33) ins Ziel. Als bester Läufer des deutschen Außenseitertrios schlug sich der Wattenscheider Christian Glatting als Neunter (29:09,84) achtbar. Titelverteidiger Jan Fitschen wurde Zwölfter (29:16,59).
«Die Lockerheit habe ich heute Morgen im Stadion verloren. Wenigstens bin ich nicht Sechste geworden. Man muss ein bisschen Humor dabei haben, sonst mache ich mich fertig», sagte Kleinert. Nach Silber bei Olympia (2004) und gleich drei Weltmeisterschaften (1999, 2001, 2009) verpasste die 34-Jährige auch beim vierten EM-Start das Edelmetall. Petra Lammert schaffte den Sprung aufs Podest ebenfalls nicht: Nach Bronze 2006 in Göteborg wurde die Neubrandenburgerin mit 18,94 Metern diesmal Sechste - und war damit «schon zufrieden».
Für Hammerwerfer Markus Esser wird die erste Leichtathletik-EM auf spanischem Boden keine Reise wert. Der Leverkusener verpasste überraschend das Finale, musste danach mit den Tränen kämpfen und verstand die Welt nicht mehr. «Ich kann jetzt nichts sagen, ich weiß noch gar nicht, was passiert ist», stammelte Esser. «Ich habe gerade drei Fernsehinterviews abgebrochen, weil ich fast geheult habe.»
Der 105-Kilo-Mann hatte in der Qualifikation einen rabenschwarzen Tag erwischt. Mit schwachen 71,89 Metern blieb der 30 Jahre alte deutsche Meister weit unter der geforderten Qualifikationsweite (77,50) und kam nicht über Platz 19 hinaus.
Auch die beiden Weitspringerinnen können den Rückflug buchen: 6,50 Meter und Platz 17 reichten der deutschen Meisterin Bianca Kappler (Rehlingen) nicht. Auch die 21-jährige Hamburgerin Nadja Käther sprang am Finale vorbei. Den ersten von 47 Titeln hatte am Vormittag der erst 19 Jahre alte russische Russe Stanislaw Emeljanow über 20 Kilometer geholt. Der Berliner Maik Berger kam als 16. ins Ziel.
Hoffnung auf den Titel weckte Diskuswerferin Nadine Müller. Die Weltjahresbeste aus Halle übertraf mit 60,54 Metern auf Anhieb die geforderte Qualifikationsweite (60,00). «Sicher handelt man mich als Favoritin auf Gold», sagte Müller. «Egal, ich habe immer gesagt, ich will eine Medaille. Und der erste Schritt dazu ist getan.» Als Achte mit 58,41 Meter rutschte auch Sabine Rumpf (Niederselters) noch in das Finale am 28. Juli.
Souverän zogen auch die Speerwerferinnen Christina Obergföll (Offenburg) und Katharina Molitor (Leverkusen) ins Finale ein. 400-Meter-Hürdenläuferin Fabienne Kohlmann erreichte bei ihrem EM-Debüt das Halbfinale. Mit der persönlichen Bestzeit von 55,69 Sekunden wurde die Läuferin der LG Karlstadt Zweite im Vorlauf.
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